Nach dem Osterfest 2010: Benzinpreise brechen ein - und steigen danach wieder auf Rekordniveau | Druckversion

HOLZHAU

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Die Treibstoffpreise sind nach dem Osterfest 2010 massiv eingebrochen. Wer den Preis von 1,489 Euro für einen Liter Super bleifrei am Abend des 1.4.2010 für einen schlechten Aprilscherz hielt, wurde bald eines Besseren belehrt. Die Tankstellen im Erzgebirge und Elbsandsteingebirge hielten den Spritpreis annähernd gleich hoch.

Am Abend des Ostermontags folgte dann die Überraschung. Der Oster-Reiseverkehr war vorbei. Gegen 21 Uhr konnte man den Super-Kraftstoff an Markentankstellen bereits wieder für 1.369 Euro erwerben.

Ob der Benzinpreis noch weiter fällt, werden wir bald wissen. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten waren ähnliche  Preisstürze von umgerechnet etwa 25 Pfennigen innerhalb von 96 Stunden selten zu beobachten.

Das Bundeskartellamt sollte auf Drängen von Verbraucherschützern und Politikern die Benzinpreisentwicklung vor Ostern beobachten, konnte jedoch keinen Hinweis auf illegale Preisabsprachen feststellen. (Quelle: N-TV) Da der Steueranteil am Treibstoff in Deutschland enorm hoch ist (die realen Kosten für Benzin liegen um 40 Cent), dürfte der österliche Fahrzeugverkehr reichlich Geld in die maroden Staatskassen gespült haben. Immerhin summieren sich Mineralölsteuer, Ökosteuer und Mehrwertsteuer  pro Liter Kraftstoff zu einem runden Euro. Das sind Steuern, welche die Bürger von ihrem bereits versteuerten Einkommen nochmals zahlen müssen. Unternehmer können zwar die Mehrwertsteuer verrechnen, trotzdem muß jeder an der Tanke gelassene Euro vorher erst einmal verdient werden.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Steuermehreinnahmen aus dem "Ostergeschäft" in die Sanierung der wintergeschädigten Straßen investiert werden. Das alte Spottgedicht aus DDR-Zeiten "Arzgebirg, wie bist Du schie, doch dei Stroßn, die sei hie..." kann man schon wieder an vielen Orten unserer Region vortragen...

Der Tanktourismus ins Ausland führte in manchen Orten, welche an Hauptstraßen nach Tschechien liegen, zu regelrechtem Verkehrschaos. Im Kurort Bad Schandau war es am Osterwochenende selten möglich, die Bundesstraße 172 nach Schmilka / Decin in Ruhe zu überqueren. Die deutschen Bürger nutzten also die Vorteile eines geeinten Europas sowie des Schengener Abkommens, um ihr sauer verdientes Geld ins Ausland zu bringen und dort Waren und Dienstleistungen zu erwerben.

 PS: Kurz nachdem unser Artikel fertig geschrieben war, stiegen die Benzinpreise auf erneutes Rekordniveau. Man hat nun auch die  Schuldigen für die Preissprünge gefunden: Dieses mal sollen es Spekulanten sein :-) Auf diese Idee wäre man wahrscheinlich niemals von selbst gekommen....

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