Achtung Abmahnfalle: Wichtiger Hinweis für Vermieter mit eigener Webseite | Druckversion

HOLZHAU

Für Vermieter, die eine eigene Internetseite betreiben, gibt es neue gesetzliche Vorschriften. Seit Sommer 2015 besteht die Pflicht, "im Rahmen der Verwendung von Kontaktformularen zur Übertragung von personenbezogenen Daten ein anerkanntes Verschlüsselungsverfahren zu verwenden." Das ergibt sich aus Paragraph 13 Absatz 7 des Telemediengesetzes (TMG). 

Laut Paragraph 2/1 TMG gilt der Webseiteninhaber als "Diensteanbieter". 

(7) Diensteanbieter haben, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, im Rahmen ihrer jeweiligen Verantwortlichkeit für geschäftsmäßig angebotene Telemedien durch technische und organisatorische Vorkehrungen sicherzustellen, dass

1. kein unerlaubter Zugriff auf die für ihre Telemedienangebote genutzten technischen Einrichtungen möglich ist und

2. diese
a) gegen Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten und
b) gegen Störungen, auch soweit sie durch äußere Angriffe bedingt sind,

gesichert sind. Vorkehrungen nach Satz 1 müssen den Stand der Technik berücksichtigen. Eine Maßnahme nach Satz 1 ist insbesondere die Anwendung eines als sicher anerkannten Verschlüsselungsverfahrens.

Das bedeutet im Klartext: Wer eine Webseite mit Buchungsformular, Buchungsanfrage oder irgendeinem anderen Formular betreibt, in welches Namen, Adressen oder Geburtsdaten eingegeben werden sollen, MUSS dieses Formular bzw. die eingegebenen Daten verschlüsselt übertragen. Aus technischer Sicht bleibt dem Webseitenbetreiber nur die Möglichkeit, seine Webseite auf TLS / SSL umzustellen. Die Anfragen laufen dann nicht mehr über "http", sondern über das verschlüsselte "https".

Auf Ferienwohnungsbetreiber kommen also weitere Kosten zu. Die Zertifikate müssen für jeweils ein Jahr bei speziellen Anbietern erworben werden. Für längere Laufzeiten gibt es Rabatte, sofern man im Voraus bezahlt.

Weiterhin verursacht die Umstellung auf https serverseitigen Administrationsaufwand. Die Zertifikate müssen beantragt, heruntergeladen und installiert werden. Die  Serverkonfiguration muss verändert werden.

Und nicht zuletzt muss auch die eigentliche Webseite überarbeitet werden. Jeder Link, welcher mit "http" beginnt und auf ein Dokument der eigenen Webseite zeigt, muss von "http" auf "https" umgestellt werden (sofern man die Links mit http adressiert hat).

Die Pflicht zur Verschlüsselung persönlicher Daten trifft übrigens auch Betreiber von Onlineshops.

Das maximale Bußgeld beträgt laut §16 / 2 / 3 TMG immerhin  50 000 Euro.

Ob sich konkurrierende Webseitenbetreiber derzeit gegenseitig abmahnen können, wenn sie gegen diese Vorschrift verstoßen, ist momentan nicht ganz klar. 

Als preisgünstige Alternative bleibt natürlich, auf ein Buchungsformular (o.ä.) komplett zu verzichten.

Holzhau.de läuft seit Dezember 2015 komplett verschlüsselt. Lediglich die älteren Webcam-Bilder aus dem Archiv werden unverschlüsselt eingebunden. Sie gelten nicht als "personenbezogene Daten" und fallen daher auch nicht unter die Verschlüsselungspflicht.

 

 

 

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