Immer mehr Skischulen ohne Skilehrerlizenz - Fehlende Qualitätskriterien und Gewerbefreiheit sorgen bei Ski-Anfängern für Unsicherheit | Druckversion

HOLZHAU

Winter, Sonne, Pulverschnee - Im Erzgebirge ist nach den mageren Wintern der letzten Jahre endlich wieder Hochsaison. Skischulen schießen momentan wie Pilze aus dem Boden. An fast jedem Skihang des Erzgebirges wird damit geworben, dass man das Skilaufen erlernen kann. Oft konkurrieren sogar mehrere Skischulen um die Gunst der Anfänger.

Die Problematik "Skischulen" ist in den vergangenen Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. Ohne Schnee haben die Skilehrer nicht allzu viel zu tun. Somit gibt es auch wenig Konfliktpotential. In diesem Winter holen uns die alten Probleme wieder ein. 

In Sachsen ist der "Beruf" des Skilehrers keine geschützte Berufsbezeichnung. So wie sich jeder "Journalist" oder "Hundetrainer" nennen und unternehmerisch tätig werden darf, kann jeder Bürger des Freistaates als Skilehrer arbeiten. Wie man hört, ist dazu auch keine Gewerbeanmeldung notwendig, sofern die Einnahmen im Rahmen bleiben.

Das sorgt bei den "Staatlich geprüften Skilehrern", welche beim Deutschen Skilehrerverband eine (kostenpflichtige) Ausbildung abgeschlossen haben und regelmäßig Weiterbildungen und Prüfungen ablegen (müssen), für wachsenden Unmut.

In Bayern sind "Skilehrer" und "Snowboardlehrer" reglementierte Berufe. Das heißt, dass man eine Anerkennung der Technischen Universität München braucht, um beruflich tätig zu werden.   

Ahnungslose Skianfänger können in der Regel gar nicht erkennen, ob es sich bei dem "Skilehrer", den sie gerade angeheuert haben, um jemanden handelt, der eine seriöse Ausbildung abgeschlossen hat. Im Normalfall ist ihnen auch nicht bewusst, dass der Begriff "Skilehrer" bzw. "Skischule" kein Qualitätskriterium ist.

Kann man als Anfänger überhaupt sicherstellen, dass man bei einem "richtigen Skilehrer" das Ski- oder Snowboardfahren erlernt? Wer selbst nicht Ski laufen kann, ist nicht in der Lage zu beurteilen, ob er bei seinen ersten Gehversuchen auf Skiern in guten Händen ist oder nicht.

Man sollte sich möglichst vor Kursbeginn bestätigen lassen, dass der Ausbilder ein "Staatlich geprüfter Skilehrer" ist. Im Zweifelsfall kann man sich auch die Skilehrerlizenz des DSV (Deutscher Skiverband) oder ein gleichwertiges Zertifikat des Deutschen Skilehrerverbandes zeigen lassen. Diese Lizenzen gelten immer nur für einige Jahre und müssen aktuell sein. Beginnt Ihr "Skilehrer", sich in Widersprüche zu verstricken oder "herumzueiern", können Sie davon ausgehen, dass es sich nicht um einen ausgebildeten Skilehrer handelt.

Ansonsten steht es jedem Bürger frei, sich seine Skischule selbst auszuwählen - ganz gleich, ob mit Lizenz oder ohne. Preislich werden Sie kaum einen Unterschied feststellen. 

PS: In Tirol ist die Bezeichnung "Skilehrer" an strenge Auflagen geknüpft. Die Ausbildung kostet ca. 6000 Euro. Allerdings versucht die Europäische Union seit Jahren, diese "Beschränkung der Gewerbefreiheit" abzuschaffen.

 


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