Die Kräuterwanderungen in Holzhau / Rechenberg-Bienenmühle stehen vor einer ungewissen Zukunft | Druckversion

HOLZHAU

Bei der Absprache der Termine für die Kräuterwanderungen auf dem Rechenberger Kräuterpfad gab es im Januar 2019 eine Überraschung: Kräuterpädagogin Kerstin Lehmann ist aus Holzhau weggezogen und wird hier keine Kräuterwanderungen mehr veranstalten.

Nachdem wir das sacken lassen haben, möchte sich Holzhau.de ganz herzlich für die jahrelange gute Zusammenarbeit bedanken. Wir denken, dass wir das im Namen aller interessierten Leser auch öffentlich zum Ausdruck bringen können.

Wer wird im Jahr 2019 und darüber hinaus die Kräuterwanderungen auf dem Rechenberger Kräuterpfad veranstalten? Was wird aus der mit viel Liebe und mit öffentlichen Fördermitteln errichteten Sehenswürdigkeit?

Zugegeben, nach fast 15 Jahren ist auch auf dem Rechenberger Kräuterpfad zu erkennen: Nicht jeder, der mit einem Rucksack unterwegs ist, meint es gut mit der Natur. Es wurde beispielsweise beobachtet, dass der Kräuterpfad von "Touristen" professionell "abgeerntet" wurde. Pflanzen wurden beschädigt oder gar gestohlen (ausgegraben).

Hinzu kommt: Man hätte schon damals, vor der Errichtung des Kräuterpfades, die betroffenen Grundstücksbesitzer kontaktieren sollen. Möglicherweise kollidiert das Interesse an Kräutern der einen mit dem Interesse an Landschaftspflege und Tierhaltung der anderen. Erst recht, wenn der Kräuterpfad über deren Grundstück führt und die Besitzer dafür Grundsteuer entrichten sollen.

Wir haben beim "Rechenberger Kräuterweibl" Gisela Richter telefonisch nachgefragt, ob sie künftig wieder auf dem Rechenberger Kräuterpfad unterwegs sein wird. Doch auch sie möchte die Kräuterwanderungen aus mehreren Gründen, u.a. wegen ihres Alters, nicht mehr weiterführen. Frau Richter steht aber noch für spezielle, individuelle Veranstaltungen, ausschließlich mit vorheriger Anmeldung, zur Verfügung.

Zur Zeit haben wir in der näheren Umgebung mehrere Anfragen verschickt. Vielleicht hat eine "externe Kräuterfrau" Interesse, uns in den kommenden Jahren mit Kräuterwissen zu versorgen. Externe Berater(innen) sind momentan voll im Trend. Bis jetzt erhielten wir aber leider nur Absagen.

Es wäre wirklich schade, wenn eine "etablierte Sehenswürdigkeit" nach so langer Zeit einfach in die Tonne getreten würde. Etwas gleiches aufzubauen und zu vermarkten, dauert wieder ein Jahrzehnt und kostet eine Menge Geld. Um das bestätigt zu bekommen, muss man nur die Erbauer des "Holzhauer Holzweges", des "Naturlehrpfades Trostgrund" oder des "Holzhauer Glasmachersteiges" fragen.

Falls jemand Interesse hat, sich zur Kräuterpädagogin ausbilden zu lassen: Nach ersten, flüchtigen Internet-Recherchen kostet eine Ausbildung etwa 2500 Euro. Hinzu kommen Prüfungsgebühren. Man sollte damit rechnen, dass Fahrtkosten und notwendige Übernachtungen in gleicher Höhe hinzukommen. (Unter gewissen Voraussetzungen gäbe es für die Ausbildung wohl Fördergelder).

Jeder kann sich nun ausrechnen, wie lange und wie viele Besucher man für 2 Euro 50 Cent pro Person durch die Landschaft führen muss, bis die Einnahmen die entstandenen Kosten decken.


 

 

 

Das ist die Druckversion des Artikels Die Kräuterwanderungen in Holzhau / Rechenberg-Bienenmühle stehen vor einer ungewissen Zukunft | Druckversion von https://www.holzhau.de Die nichtkommerzielle Nutzung für den Eigengebrauch ist gestattet. Alle weiteren Nutzungsarten unterliegen dem Urheberrecht.