Freiberger Eisenbahn fährt nach Sturmtief "Eberhard" im Schienenersatzverkehr | Druckversion

HOLZHAU

Seit dem 25. November 2000 wird die Bahnstrecke Freiberg-Holzhau von der Freiberger Eisenbahngesellschaft bedient. Die Betreuung und Pflege des Grundstückes, des Gleiskörpers und der Signalanlagen obliegt der rheinland-pfälzischen RP Eisenbahn.

In keinem Winter gab es seit 2000 so viele Zugausfälle wie 2018/2019. Teilweise ruhte der Bahnverkehr mehrere Tage hintereinander. Schuld daran sei - darin sind sich viele Bürger und Fahrgäste einig- nicht etwa das Klima, sondern die mangelhafte Pflege der Bahngrundstücke. Zwar wurde vor einigen Jahren mit einer riesigen Säge versucht, die Bahnstrecke maschinell freizuschneiden. Die jungen Bäume in direkter Gleisnähe sahen danach regelrecht "geschändet" aus. Schnitte und Bruchstellen waren bis zu einem halben Meter lang. Sachkundige Baumpflege geht anders. Und einen nachhaltigen Effekt hat es offenbar auch nicht gebracht.

Mitte Dezember 2018 und Anfang Januar 2019 hingen die schneebeladenen Äste so weit auf die Schienen herab, dass sie gegen die Frontscheibe des Zuges klatschten und seitlich am Zug entlang kratzten. Als Fahrgast zog man instinktiv den Kopf ein. Für den Triebwagenführer ist ein solches Fahren auch nicht gerade angenehm. Man weiß ja nie, ob man nicht mit dem "Schubs" der Bahn dafür sorgt, dass der ganze Ast abbricht oder gar der Baum umfällt.

Das Landratsamt Mittelsachsen hat 4000 private Waldbesitzer angeschrieben und sie aufgefordert, ihren Wald in Ordnung zu bringen. Stichtag ist der 31.März 2019, unabhängig von Wetter oder Schneehöhen. Möglicherweise handelt es sich bei den Grundstücken der Bahn nicht um "Wald" im herkömmlichen, rein rechtlichen Sinne, doch auch hier sollten die verantwortlichen Stellen einmal genauer hinschauen. Es geht schließlich um den Erhalt von Infrastruktur im ländlichen Raum, die Einhaltung von Verkehrsverträgen, Sicherheit und Menschenleben.

Und nicht zuletzt ist jeder Grundstückseigentümer verpflichtet, auf seinem Eigentum dafür zu sorgen, dass niemand zu Schaden kommt. "Verkehrssicherungspflicht" heißt der korrekte Begriff. Das BGB besagt im Paragraphen 823: "Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet."

Dieser Pflicht sollte man sich nicht entziehen, indem man den Bahnverkehr einfach einstellt und nur noch bei passendem Wetter fährt.

Seit 7:40 Uhr befährt die Freiberger Eisenbahn die Bahnstrecke Mulda - Freiberg wieder mit Triebwagen. Nassau, Clausnitz, Rechenberg-Bienenmühle inkl. Mittelschule sowie Holzhau werden per Schienenersatzverkehr bedient.


 


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