Bleibt Sturmtief "Sabine" bis zum Wochenende im Erzgebirge? Und dann? | Druckversion

HOLZHAU

Auch wenn die Medien das Interesse am Sturmtief "Sabine" längst verloren haben -die sensationellen Großschäden sind ausgeblieben und es gab kaum etwas zu berichten- weht der Wind im Erzgebirge kräftig weiter. Ganz Sachsen verbleibt in der Wetterwarnstufe 2 und ist auf der Unwetterkarte "orange" markiert.

Am gestrigen Dienstag haben wir in Holzhau (Ortsmitte/Tal) Windgeschwindigkeiten bis knapp 100 km/h gemessen. 14:30 Uhr waren es 99.72 km/h, 3:45 Uhr waren es 90.72 km/h und 2:15 Uhr zeigte der Windmesser 94.68 km/h. Am heutigen Mittwoch liegen die Windgeschwindigkeiten bei Werten unter 50 km/h - Zumindest bis 9 Uhr. Gemütlichkeit kommt trotzdem nicht auf.

Meteorologen rechnen damit, dass die erste (sächsische) Winterferienwoche von "Sabine" beherrscht wird. Doch nicht nur das: Seit gestern (Dienstag Mittag) gibt es Prognosen für ein neues Sturmtief am kommenden Wochenende (15./16.2.).

Im Strömungsfilm für das nächste Wochenende liegt ein "Jetstream" quer über Deutschland. 

Jetstreams sind die stärksten in der Natur auftretenden Winde und sie erreichen in Einzelfällen bis zu 600 km/h. Sie wehen in den obersten Luftschichten der Atmosphäre bei etwa 10-15 Kilometer Höhe. Der Jetstream tritt nicht am Boden auf. Jetstreams sind für den globalen Luftdruckausgleich verantwortlich und sind als schmales Wolkenband vom Satelliten aus sichtbar. Es gibt jeweils am Süd- und am Nordpol einen "Polar-Jetstream", über jeder Erdhalbkugel einen "Subtropischen Jetstream" und über dem Äquator einen weiteren. In den letzten beiden, warmen und sonnigen Sommern verbreitete man in den Medien die Sorge, der Jetstream werde langsamer und die Gefahr von Hitzewellen steige.

Doch bevor wir uns über das nächste heranziehende Tiefdruckgebiet Gedanken machen, möchten wir Ihnen die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes DWD für Mittwoch, den 12.2.2020 zur Kenntnis geben und etwas zur aktuellen Situation im Ort schreiben.

Ein paar Sätze zu den bisherigen Sturmschäden in Holzhau. Nach dem Schneebruch vom Januar 2019, Sturmtief "Eberhard" vom März 2019 und dem Borkenkäferbefall in unseren Wäldern sind wir ja Kummer gewöhnt. Umso erfreulicher ist, wenn sich die Schäden im Ort in Grenzen halten. An der Bushaltestelle "Holzhau Mitte" wurde eine Buche vom Sturm regelrecht "abgedreht". Der Bruch ist über einen Meter lang. Der Baum stürzte bergaufwärts und traf die Straße nicht.

Im Wald neben der Bergstraße, Abzweig "Kamprath-Weg," hat es mehrere große Fichten umgeworfen. Dadurch ist ein Waldweg vorerst nicht mehr begehbar. Man muss als Wanderer um die Bäume herumlaufen oder drüberklettern - aber bitte erst, wenn der Wind vorüber ist!

Im Ortsteil "Teichhaus" soll es ebenfalls umgestürzte Bäume geben.

Seit über einem Jahr laufen in unserem Ort viele Waldarbeiten. Sie wurden durch Schneebruch, Windbruch und Borkenkäferbefall notwendig. Als Folge entstand ein Wald mit Freiflächen, vielen einzeln stehenden Bäumen und ohne natürlich gewachsenen Windschutz. Man könnte auch sagen: Dem Wald fehlen die kräftig gewachsenen, unsymmetrischen  "Randfichten" mit den armstarken Ästen. 

Windschutzstreifen aus Tannen, Lärchen und Kiefern könnten den verbliebenen Wald schützen. Es würde aber Jahrzehnte dauern, bis diese Maßnahmen wirken.

Die Freiberger Eisenbahn fährt seit Montag Mittag nach Fahrplan. 

In den höheren Ortslagen wird der Neuschnee durch Windböen verweht und sorgt für leichte Verkehrsbehinderungen. Ab Pension "Schmidt" in Richtung "Fischerbaude", Höhenlage 750m und mehr, treten je nach Wettersituation kleine Schneewehen auf. Der Winterdienst befährt die Straße regelmäßig. Trotzdem kann es neben einer schneefreien Straße kurzzeitig und an einzelnen Stellen Schneewehen von 10-15 Zentimeter Höhe geben.

Aus diesem Grund möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass sie bei Fahrten nach Holzhau Winterreifen benötigen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber gestern haben wir etwas anderes erlebt. (Man staunt immer wieder!) Bitte gehen Sie davon aus, dass sich ein Hotel auf dem Berg befindet, wenn es "BERGhotel TALblick" heißt und sich (möglicherweise!) während des WINTERurlaubs Schnee auf den Straßen befinden kann. Wie gesagt, man staunt immer wieder.

Update: Skilift Holzhau seit Mittwoch Vormittag wieder geöffnet.

Zu den Wetterwarnungen des DWD: 

Amtliche WARNUNG vor STURMBÖEN Mi, 12. Feb, 08:00 – 18:00 Uhr

Es treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 km/h (17m/s, 33kn, Bft 7) und 70 km/h (20m/s, 38kn, Bft 8) anfangs aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit Sturmböen um 75 km/h (21m/s, 41kn, Bft 9) gerechnet werden.

Amtliche WARNUNG vor GLÄTTE Di, 11. Feb, 21:53 – Mi, 12. Feb 10:00 Uhr

Es muss mit Glätte durch verbreitet überfrierende Nässe sowie geringfügigen Schneefall gerechnet werden.

Amtliche WARNUNG vor LEICHTEM SCHNEEFALL Di, 11. Feb, 22:10 – Mi, 12. Feb 10:00 Uhr

Es tritt im Warnzeitraum oberhalb 400 m leichter Schneefall mit Mengen zwischen 1 cm und 5 cm auf. Verbreitet wird es glatt.

Amtliche WARNUNG vor FROST Di, 11. Feb, 21:53 – Mi, 12. Feb 10:00 Uhr

Es tritt oberhalb 200 m leichter Frost zwischen 0 °C und -4 °C auf.

 


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