"Feuerholz zum symbolischen Preis" - Nachbargemeinde Moldava ruft bei der Borkenkäferbekämpfung um Hilfe (Update) | Druckversion

HOLZHAU

Seit knapp 2 Jahren kämpfen die Erzgebirger in ihren Wäldern gegen den Borkenkäfer. Die Arbeit nimmt kein Ende, denn man hat oft den Eindruck, der Borkenkäfer verbreite sich schneller, als man mit dem Fällen und Abtransportieren des kranken Holzes vorankommt.

Nun hat sich die Gemeinde Moldava mit einem Hilferuf an Holzhau.de gewandt. Wenn wir die tschechische Nachricht korrekt interpretiert haben, kann man  "Feuerholz zum symbolischen Preis" erwerben, indem man bei der Bekämpfung des Borkenkäfers in Tschechien hilft. Bis zum 30.Mai 2020 soll ein Flurstück westlich des Grenzüberganges Moldava (Neurehefeld) beräumt werden. (Siehe Karte)

Die genauen Modalitäten wurden nicht erklärt, auf Nachfrage gab es (noch) keine Antwort. Beispielsweise ist völlig offen, wie die deutschen Helfer derzeit über die -immer noch von Polizisten bewachte- Grenze nach Tschechien kommen sollen. Ungeklärt ist, ob man bei der Arbeit in tschechischen, kommunalen Waldstücken einen Kettensägen"schein" benötigt, wie es im Freistaat Sachsen Vorschrift ist. Gilt der deutsche Kettensägen"schein" überhaupt in Tschechien?

Interessant wäre auch, ob man bei einem Forstunfall, wie sie leider immer wieder vorkommen, in ein deutsches oder tschechisches Krankenhaus eingeliefert wird.

Es sollte einiges bedacht werden, bevor man seine Säge in Tschechien startet und den ersten Baum fällt.

Wer Interesse hat, Feuerholz in Eigenwerbung aus Tschechien zu holen, sollte daher mit der Gemeindeverwaltung von Moldava direkten Kontakt aufnehmen und diese Fragen klären. (moldava.cz)

Für die Erzgebirger ist das Angebot aus Moldava wahrscheinlich wenig interessant. Aufgrund der heimischen Probleme wird vielerorts Holz abgegeben. Erst recht, wenn man bereit ist, es selbst aus dem Wald zu schneiden. Damit wird den privaten Waldbesitzern und dem Staatsforst sehr geholfen, denn es rettet den (noch) gesunden Waldbestand. Der Holzpreis ist seit Sommer 2019 "im Keller", weil es ein Überangebot gibt. 

Forstdienstleister haben in Sachsen und Brandenburg seit rund zwei Jahren Hochkonjunktur. In diesem Bereich gab es zahlreiche Unternehmensgründungen.

Aktualisierung: Wie uns aus Moldava mitgeteilt wurde, muss vor Beginn der Arbeiten eine "Registrierungsgebühr" in Höhe von 575 Kronen inkl. 15% Mwst. gezahlt werden. Beim aktuellen Kurs von 1:27 wären das etwa 21,30 Euro. Diesen Betrag habe der Gemeinderat Moldava beschlossen. Danach wird von den zuständigen Forstmitarbeitern ein Waldstück zugewiesen und es kann eine unbegrenzte Menge Holz gefällt / abtransportiert werden. Es wird allerdings darum gebeten, Laubbäume von der Fällung auszuschließen. Sollte die Aktion verlängert werden, erhalten wir nochmals Informationen dazu.


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